für meine Kinder   
 
     
   
 
 
 
 
 
         
   


Dr. phil. Rolf-Arno Wirtz
Psychoanalytiker (dpv/dgpt)
Klinischer Psychologe (bdp)


Kurz-Bericht über Ihren Besuch in meiner Praxis am 7. Juli 1992


Durch die Vermittlung einer im Hause meiner Praxis wohnenden Familie kam Herr Alteck kurzfristig am Dienstag, den 7. Juli in meine Praxisräume. Er kam kurz vor 16.00 Uhr und blieb bis ca. 16.50 Uhr.

Er kam in Begleitung von drei Kindern, die er mir als seine Kinder vorstellte. Ich kümmerte mich zunächst um die Kinder, die in einem größeren Raum malen konnten, während ich dann mit Herrn Alteck in einem anderen Zimmer sprechen konnte.

In dieser ersten Zeit und später, als die Kinder nacheinander in unser Besprechungszimmer kamen, konnte ich folgende Beobachtungen machen:

Sogleich viel die Älteste durch ihr ungezwungenes, expansives Verhalten auf. Sie begann sogleich ihre Fähigkeiten im Schreiben unter Beweis zu stellen, ebenfalls die mittlere der drei Kinder. Die Kleinste schien äußerst zurückhaltend und auch ängstlich zu sein.

Offensichtlich sind beide älteren Kinder mit einer sehr guten Begabung ausgestattet.

Als dann die Kinder unser Besprechungszimmer aufsuchten, fiel mir das recht ungezwungene Verhalten der Ältesten wiederum auf. Sie als einzige faßte mich an, als sie mir ihre gemalten Bilder zeigte.

Gegenüber Herrn Alteck zeigte keines der drei Kinder eine ängstliche oder distanzierte Haltung. Die Jüngste, die gegen Ende des Besuches untröstlich weinend auf dem Schoß von Herrn Alteck saß, wurde von diesem versucht zu trösten, indem er wissen wollte, ob sie ihre Mutter vermisse.

Insgesamt ergab sich für mich folgender Eindruck:

Herr Alteck erschien mir als ein Vater, der verantwortungsbewußt, liebevoll und auch souverän mit seinen Kindern umging.

Das jüngste Kind imponierte als offensichtlich schwer verstört und in ihren Verhaltensmöglichkeiten sehr eingeschränkt.

Das mittlere Kind erschien mir als das "ungestörteste" der Drei, während das Ältere, wie schon oben gesagt, sehr expansiv, auch Grenzen überschreitend sich verhielt.

Es war nicht zu beobachten, dass das Älteste irgendeine Angstreaktion auf ihren Vater zeigte, durch ihr expansives, auch Grenzen überschreitendes Verhalten ist aber nachvollziehbar, dass sie unter Angstvorstellungen leiden könnte.

Ich würde es für dringend erforderlich halten, dass die Herkunft dieser Angstreaktionen bei der Ältesten psychologisch eingehend untersucht werden.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. phil. Rolf-Arno Wirtz




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