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Wenn man die Dokumentation nicht danach liest, welche Seite Recht hat, sondern danach, welche Elternbilder konstruiert werden, entsteht ungefähr dieses Muster:
Der Vater wird zunächst als liebevoller, ruhiger und kompetenter Familienvater dargestellt. Die Mutter erscheint in den Aussagen dagegen als überfordernd, vereinnahmend und möglicherweise steuernd. Nach der Trennung kehrt sich das Bild in den therapeutischen und kindbezogenen Darstellungen weitgehend um: Die Mutter wird zur sicheren Bindungs- und Schutzperson, während der leibliche Vater zur Angst- und Konfliktfigur wird. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach einer Vaterfunktion bestehen.
Das Entscheidende ist daher die Frage:
Wie konnte aus dem zunächst beobachteten, offenbar engen Vater-Kind-Verhältnis innerhalb weniger Jahre ein Vaterbild entstehen, in dem die Kinder den Vater als Bedrohung erleben?